Chronik Eckersmühlen

Ein Streifzug vom 11. Jahrhundert bis heute

13. Dezember 1619 – "Komm heraus du Sakramentspfaff!". Dabei schlug der Schulmeister mit seinem breiten Klotz dermaßen an die Läden, dass es nicht zu sagen war. Der Pfarrer sagte: „Jederzeit habe ich für ihn alles getan und alle Eingaben zur Erlangung der Schul- und Meßnerstelle in Alfershausen verfertigt und für alles habe ich nur Undank geerntet!“ Der Schulmeister wurde deswegen vor das Amt Roth geladen und wegen grober Beleidigungen in den Turm gesperrt. Nach Abbüßung der Strafe ging es von neuem los. Der alte Wirt (wohl ein Parteigänger Drehers) schrie im ganzen Dorf die Ungerechtigkeit, die an dem Schulmeister begangen worden war, herum. Während sich die beiden konfessionellen Militärblöcke im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, die katholische Liga und die protestantische Union, sich zum letzten großen religiösen Ringen auf deutschem Boden rüsten, aus dem sich ein 30 Jahre langer grausamer Krieg entwickeln wird, prügeln sich in einem kleinen fränkischen Dorf südöstlich von Nürnberg ein Pfarrer und ein Schulmeister. Diese und andere Geschichten spielten sich vor langer Zeit in Eckersmühlen ab. Die Ortschronik einer Ortschaft im Landkreis Roth mal ganz anders. Ein Einblick in den Alltag der Dorfbewohner in früheren Zeiten im Kontext mit den Ereignissen der näheren und weiteren Umgebung.

Deutschordensvögte

in Eckersmühlen 1376 – 1809 (bislang bekannt)

Kurze Erläuterung:
Für die Zeit zwischen 1376 – 1562 sind die Vögte in kursiv geschrieben, da die Genannten bisher nur als Vögte vermutet werden. Erst ab 1562 sind Bewohner Eckersmühlens als vom Orden berufene Vögte auch als solche bekannt und benannt.

Es fiel bei den Forschungen auf, dass die Pächter der Wassermühle am Messinghammer auch meistens die eingesetzten Vögte waren. Daher gilt, wenn auch erst unter Vorbehalt, die Vermutung, dass es sich bei den vor 1562 genannten Personen auch um Deutschordensvögte handelt. Gestützt wird diese Theorie auch dadurch, dass es sich eben bei dem Messinghammer um die vormalige Mühle der Oegger handelt, die ja vom Orden 1376 zusammen mit dem Oegger-Burgstall erworben wurde und es sich um das erste vom Deutschen Orden erworbene Gut in Eckersmühlen handelt.

Diese Vögte führten das Amt neben ihrem Erwerb aus (z.B. Hammerschmied, Müller, usw.) und wurden wohl wechselweise eingesetzt bzw. für einen bestimmten Zeitraum vom Orden ernannt. Ebenso stellt sich die Frage, ob die eingesetzten Deutschordensvögte gleichzeitig als (ab 1536 katholische) Dorfführer anzusehen sind. Das Amt des Dorfführers wurde bis 1791 zumeist von zwei Bewohnern ausgeübt. Für das Amt des Vogtes scheint dasselbe zuzutreffen, da für einige Zeiträume Überschneidungen bestehen.

(† = im Amt verstorben)


1376 bis ?
  • Heinlein Vischer
    Vogt
1409 bis 1420
  • Hans Pecher
    Vogt
1420 bis 1450
  • Hans Melber
    Vogt
1450 bis 1457
  • Jörg Melber
    Vogt
1457 bis 1476
  • Linhard Müller
    Vogt
1476 bis 1484
  • Conrad Müller sen.
    Vogt
1531 bis 1562
  • Conrad Müller jun.
    Vogt
1562 bis 1590
  • Veit Polster
    Vogt
1590 bis 1624
  • Hans Philipp
    Vogt
? bis 1607 †
  • Friedrich Berthold
    Vogt
Nach 1581? bis 1607
  • Hans Eiden (zugleich als Dorfmeister ab 1577 genannt)
    Vogt
Vor 1615 bis nach 1657
  • Hans Neusinger
    Vogt (zugleich Dorfführer?)
Vor 1661 bis 1686
  • Hans Kurz
    Vogt? Als "Bürgermeister" genannt
1661 bis nach 1664
  • Friedrich Rühl
    Vogt? Als Dorfführer sicher genannt
Vor 1686
  • Andreas Niedermayer
    Vogt (zugleich Dorfführer?)
Um 1712
  • Johann Conrad Ritter
    Vogt (zugleich Dorfführer?)
Um 1739
  • ? Braun
    Vogt
Um 1731 - 1749 †
  • Johann Conrad Ritter
    Vogt
1749 – 1775 †
  • Johann Simon Schneidmadel
    Vogt
1776 – 1806
  • Johann Jakob Schneidmadel
    Letzter D.O.-Vogt